Andreas Wolf

Der Moment ist das Ziel

Wahrscheinlich ist alles nur eine Frage des Augenblicks. Es geht um den Moment der Entscheidung – oder auch um die Nicht-Entscheidung: Es nämlich einfach passieren zu lassen, das, was gerade passiert. Wenn man diesen Moment erwischt, sagt Andreas Wolf, dann ist eine Authentizität erreicht, die das Publikum wirklich mitnimmt, die es berührt, die das aus der Spontaneität entstandene Geschehen glaubwürdig macht. Improtheater spiegelt wie kein anderes die Wirklichkeit, da braucht man sich nichts vorzumachen. Und man kann es auch gar nicht, weil die Emotionen, die es erzielt, nicht korrumpierbar sind. Es ist – sehr zum Vergnügen aller Mitwirkenden – Kunst gewordene Gefahrensuche.

Genau das begeistert den künstlerischen Leiter und Mitbegründer des fastfood theaters an diesem Genre. Sein Prinzip ist es, augenblicklich dem Impuls zu folgen und daraus ein formgebendes Ganzes zu erarbeiten, zusammen mit den anderen Spielern ein Team zu bilden und mit viel Spaß und höchster Disziplin den Gipfel der Theaterkunst zu erklimmen – oder den Karren mit Verve gegen die Wand zu fahren.

Andreas Wolf hat wesentliche Impulse für das Improvisationstheater gesetzt. Als leidenschaftlicher Spieler, als Gründer der ersten Schule für Improvisationstheater in Deutschland, als Erfinder zahlreicher Showkonzepte insbesondere an der Nahtstelle Theater/Musik und als Kurator von „IMPROfessionals“, der Künstlerbegegnung der Internationalen Bodenseekonferenz 2011 in Lindau. Er komponierte mehr als 300 Chansons, singt selbst und ist (mit Michael Armann) Erfinder des ImproOper-Labels LaTriviata (früher opera players). Andreas Wolf unterrichtet Improvisation, Masken und Archetypen nicht nur am eigenen Institut, sondern auch an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“. Außerdem hilft er Menschen, ihre Auftrittsängste in den Griff zu bekommen.

Hier der Link zu seinem Buch Spontan Sein. Improvisation als Lebenskunst.