Tom Ditz

Wimpernschläge

„Normales“ Theater hat er auch gespielt, in der Schultheatergruppe und bei der Komischen Gesellschaft in Bad Tölz. Klassiker, moderne Klassiker und Moderne. Shakespeare und Schiller, Sartre und Williams, Delaporte und Patellière. Wirklich infiziert hat ihn aber das Improvisationstheater. Weil es kompakter, komprimierter, konzentrierter sei: Theater „auf dem Punkt“. Man muss sofort da und immer wach sein und auf alles achten, was mit einem und um einen herum geschieht. „Wenn ich die Bühne betrete, habe ich keine Ahnung, was auf mich zukommt“, sagt Tom Ditz. Die Komödie sei hier nur einen Wimpernschlag von der Tragödie entfernt. „Ich muss mich vollkommen auf meine Partner verlassen können und zugleich darauf vertrauen, dass ich selbst das mache, was in diesem Moment richtig ist.“

Vergleichbare Herauforderungen bietet ihm das richtige Leben auch. Ditz studiert Deutsch, Geschichte und Sozialkunde fürs Lehramt an Gymnasien. Seine Improerfahrungen wird er im Job täglich anwenden können. Die pure Unmittelbarkeit, die er so schätzt, das Vertrauen auf den Moment und das Sein in diesem. Schüler sorgen leidenschaftlich gern dafür, dass Lehrer niemals wissen, was passiert, und immer sicher sein können, dass das, was sie sich eventuell zurecht gelegt haben, in der nächsten Sekunde wieder verworfen und gegen eine bessere Idee ausgetauscht werden muss.

 

Übrigens singt Tom Ditz leidenschaftlich gern, aktuell als Tenor im Chor Kollegium Muvicum an der Uni. Da kann er sicher sein, dass das passiert, was er erwartet.